Steuerregeln für Auslandsrentner

© DOC Rabe Media - Fotolia.comFür Rentner, die im Ausland leben und in Deutschland weder einen Wohnsitz noch ihren gewöhnlichen Aufenthalt haben, haben sich seit dem 1. Januar 2005 mit dem Alterseinkünftegesetz die Regeln für die Besteuerung ihrer deutschen Rente geändert.

Altersrenten aus der deutschen gesetzlichen Sozialversicherung, der inländischen landwirtschaftlichen Alterskasse oder aus inländischen berufsständigen Versorgungseinrichtungen gehören zu den inländischen Einkünften nach § 49 Abs. 1 Nr. 7 EStG. Diese Einkünfte unterliegen der beschränkten Steuerpflicht für Deutschland.

Das bedeutet aber nicht zwingend, dass deutsche Einkommensteuer auf die Auslandsrente zu zahlen ist. Die Besteuerung von Auslandsrenten ist eine hochkomplizierte Materie. Die steuerliche Beurteilung des Einzelfalls hängt von mehreren Faktoren ab.

Von besonderer Bedeutung ist die Frage, ob zwischen Deutschland und dem Wohnsitzstaat des Rentners ein Abkommen zur Vermeidung der Doppelbesteuerung (Doppelbesteuerungsabkommen) besteht und welche Regelungen in diesem Abkommen zur Rentenbesteuerung vorgesehen sind. Häufig gilt nach diesem Doppelbesteuerungsabkommen für Renten aus der gesetzlichen Rentenversicherung das sogenannte Kassenstaatsprinzip, wonach Deutschland das Besteuerungsrecht zusteht. Abweichende Regelungen gelten z. B. nach den Doppelbesteuerungsabkommen mit Spanien, Portugal, der USA und der Schweiz.

Steuerpflicht in Deutschland

Auslandsrentner gelten grundsätzlich als beschränkt steuerpflichtig in Deutschland. Das bedeutet allerdings nicht, dass Auslandsrentner weniger Steuern zahlen müssen als Rentner, die in Deutschland leben. Die unbeschränkt steuerpflichtigen Inlandsrentner zahlen in der Regel weniger Steuern als die Rentner im Ausland.

Personen, die im Inland weder einen Wohnsitz haben, noch sich länger als 183 Tage in Deutschland aufhalten, sind nach § 1 Abs. 4 EStG beschränkt steuerpflichtig, wenn Sie bestimmte Einkünfte erzielen. Dazu gehören auch die Auslandsrenten. Es besteht regelmäßig die Verpflichtung, in Deutschland eine Steuererklärung abzugeben. Die Einkommensteuer bemisst sich dabei nach der ungünstigen Grundtarif-Tabelle. Dabei werden zahlreiche Vergünstigungen nicht gewährt. Z. B. werden Krankheitskosten nicht zum steuerlichen Abzug zugelassen. Auch das günstige sogenannte Ehegattensplitting für Verheiratete kann nicht in Anspruch genommen werden.

Für Auslandsrentner kann es aber unter bestimmten Voraussetzungen einen Ausweg geben. Nach § 1 Abs. 3 EStG können sich Rentner im Ausland auf Antrag in Deutschland als unbeschränkt Steuerpflichtige behandeln lassen. Des Weiteren können Ehepaare nach § 1a EStG steuergünstig zusammen veranlagt werden. Dabei müssen allerdings eine Reihe von Bedingungen erfüllt sein, die im konkreten Einzelfall zu prüfen sind. Durch einen erfolgreichen Antrag kann die deutsche Einkommensteuer häufig reduziert oder ganz beseitigt werden.

Verpflichtung zur Abgabe einer Steuererklärung

© detailblick - Fotolia.comAuslandsrentner sind in der Regel verpflichtet, in Deutschland eine Steuererklärung abzugeben. Kommt der Rentner seiner Verpflichtung nicht nach, kann das Finanzamt ihn durch Festsetzung von Zwangsgeldern zur Abgabe der Steuererklärung zwingen. Des Weiteren ist das Finanzamt in solchen Fällen berechtigt, die Besteuerungsgrundlagen zu schätzen (§ 162 AO). In der Praxis hat es sich herausgestellt, dass die Schätzungen des Finanzamts deutlich zu Ungunsten der Rentner ausfallen. Darüber hinaus muss der Auslandsrentner mit der Festsetzung von Verspätungszuschlägen nach § 152 AO rechnen.

Diese kostenintensiven Maßnahmen des Finanzamts sollten unbedingt vermieden werden. Sprechen Sie uns rechtzeitig an. Es besteht für Sie die Möglichkeit, uns als Empfangsbevollmächtigten in Deutschland zu benennen, um fristgerecht auf Handlungen des Finanzamts reagieren zu können. Der Bevollmächtigte ist zur Entgegennahme von Schriftstücken und Verwaltungsakten wie Steuerbescheide ermächtigt. Das Finanzamt ist nach § 123 AO befugt, die Benennung eines Empfangsbevollmächtigten zu verlangen.

Maßnahmen des Finanzamts

Spätestens wenn das Finanzamt einen Steuerbescheid mit einer Steuernachforderung erlassen hat, ist dringender Handlungsbedarf geboten. Ohne entsprechende Gegenmaßnahmen wird die Steuerzahlung fällig und zwar unabhängig davon, ob die Steuer zu Recht oder zu Unrecht festgesetzt worden ist.

Wird die Steuer nicht bis zum Ablauf des Fälligkeitstages entrichtet, so entsteht nach § 240 AO für jeden angefangenen Monat der verspäteten Zahlung ein Säumniszuschlag, der zusätzlich zur geschuldeten Steuer an das Finanzamt zu zahlen ist.

Wird die Steuerschuld nicht bezahlt, ist das Finanzamt berechtigt, Vollstreckungsmaßnahmen gegen den Rentner einzuleiten. Unter anderem können inländische Bankguthaben oder Rentenansprüche beim deutschen Rententräger gepfändet werden. Darüber hinaus kann das deutsche Finanzamt über ein internationales Vollstreckungsersuchen im Rahmen zwischenstaatlicher Amtshilfe auf Vermögen des Rentners im Wohnsitzstaat zugreifen.

Deutsche Behörden können aus den Art. 26 OECD-Musterabkommen entsprechenden Normen im Doppelbesteuerungsabkommen ermächtigt sein, Rentenzahlungen an Rentner mit Wohnsitz im Ausland an ausländische Behörden zu melden.

Grundsätzlich muss der Auslandsrentner auch mit der Einleitung eines Steuerstrafverfahrens rechnen, wenn er über steuerlich erhebliche Tatsachen unrichtige oder unvollständige Angaben macht (§ 370 Abs. 1 AO).

Sprechen Sie uns rechtzeitig an, um teure Steuerfallen bei Auslandsrenten zu vermeiden. Wir als Ihre Steuerexperten für Renten im Ausland setzen uns ein, dass Sie zu Ihrem Recht kommen.